Texte / Zitate
die bitmap
»Die Bitmap ist eine Matrix von codierten Bildpukten, von Pixeln. Das Pixel ist das
Elementare des digitalen Computerbildes. Es
ist ein Farbfleck fester Größe an einem Ort
auf
dem Monitor. In der festen Größe drückt sich das
Elementare des Pixels für das
Computerbild aus. Digital ist
dieses Bild insofern,
als die Orte de Pixels nicht beliebig,
sondern nur an festen
Stellen gewählt werden können,
und als Farbwerte ebenfalls aus
einem diskreten Repertoire kommen.
Betrachten wir es abstrakt, so ist ein Pixel ein Paar aus
Ort und Farbwert.
Die Abstraktion besteht darin, dass Ort
und Farbwert selbst
abstrakt sind, also z.B. als Zahlen
gegeben sind. Wir können
das abstrakte Bild nicht sehen.
(...) Im technisch realisierten
Pixel können wir meinen,
einen letzten Grund der Bilder, die wir
technisch betrachten, gefunden zu haben. Die Leere, die uns da technisch
empfängt,
erschreckt im Vergleich zur semantischen Fülle
des Bildes.«
Frieder Nake: „Über Vilém Flussers Philosophie der
Medienmoderne" in 'Fotografie denken', Bielefeld 2000
die gewalt am bild
»aus einem objekt ein bild zu machen bedeutet, ihm nacheinander alle dimensionen zu nehmen: das gewicht, die tiefenwirkung, den geruch, die räumlichkeit, die zeit, die kontinuität und natürlich den sinn.«
jean baudrilland, „die gewalt am bild«, 2003
»Das was man sieht, aber nur so aussieht „als ob“, ist eben nur dadurch verständlich, dass man realisiert, warum es nicht sein kann, was es zu sein scheint oder sein zu behauptet.«
Bazon Brock in „Liebe deine Stadt“
»Wahrheit ist keine fotografische Kategorie an sich. Wahrheit als Merkmal von Fotografie bildet sich anhand von Konventionen, welche die Mängel der fotografischen Methode im Interesse von Erkenntnis über Objekte der dinglichen (abbildbaren) Welt ausklammern. Die hierzu notwendigen Konstruktionen bemühen z.B. den Anschein, der Manipulation ausschließt, die Verlässlichkeit der Urheber oder der Herausgeber. Wider alle Erfahrung wird so der analogen Fotografie in vielen Debatten mehr Wahrhaftigkeit zugesprochen, die Schwarz-Weiß-Fotografie als ehrlicher angesehen.
Gute Fotografie kann vielmehr unabhängig von Regeln oder Lehrsätzen, die sich überwundenen technischen Begrenzungen verdanken, authentische Zeitgenossenschaft im Bild darstellen (das Bild als ‚Fenster’ zur Welt im Sinne des Leon Battista Alberti).«
»Fotografieren heisst, sich das fotografierte Objekt aneignen. Es heisst, sich selbst in eine bestimmte Beziehung zur Welt setzen, die wie Erkenntnis – und deshalb wie Macht – anmutet.« (S. 10)
Susan Sontag: Über Fotografie
»Die von der Kamera aufgezeichnete Realität wird zwangsläufig stets mehr verbergen als sie enthüllt.«
Susan Sontag: Über Fotografie
»Eine Fotografie hat Ränder, die Welt nicht.«
Stephen Shore, Das Wesen der Fotografie
»If photography had been invented in color, who would have missed black and white?«
Judy Linn, Starbust S. 12